Komischer süßlicher Geruch in der Wohnung – was das bedeuten kann

Ein muffiger Geruch ist unangenehm – aber man weiß zumindest, in welche Richtung man denken soll. Ein süßlicher Geruch ist anders. Er ist schwerer einzuordnen, manchmal fast angenehm auf den ersten Eindruck, und wird deshalb länger ignoriert. Bis er stärker wird oder plötzlich überall ist.

Wer einen süßlichen, leicht blumigen oder honigartigen Geruch in der Wohnung wahrnimmt, der sich nicht eindeutig einer Quelle zuordnen lässt, sollte das nicht auf sich beruhen lassen. Denn dieser Geruch kann auf sehr unterschiedliche Dinge hinweisen – manche harmlos, manche weniger.

Schimmel riecht nicht immer modrig

Das ist der Punkt, der viele überrascht: Schimmel riecht nicht einheitlich. Bestimmte Schimmelpilzarten, besonders solche der Gattung Aspergillus oder Fusarium, produzieren Stoffwechselprodukte, die einen süßlichen oder leicht fruchtigen Geruch abgeben. Das ist kein Sonderfall – es ist ein bekanntes Phänomen, über das in der Fachliteratur zu Innenraumschimmel geschrieben wird.

Wer also einen anhaltenden, leicht süßlichen Geruch wahrnimmt, der sich im Raum verteilt und nicht eindeutig einer Quelle wie Essen oder Pflanzen zuzuordnen ist, sollte Schimmel als mögliche Ursache in Betracht ziehen. Besonders dann, wenn der Geruch in einem bestimmten Bereich der Wohnung stärker ist oder nach dem Lüften kurz nachlässt und dann zurückkommt.

Ausgasende Materialien und Möbel

Bestimmte Baustoffe, Klebstoffe, Lacke und Möbelmaterialien geben beim Ausgasen einen leicht süßlichen oder chemisch-süßen Geruch ab. Das betrifft vor allem neue Möbel aus Pressholz, frisch verlegte Bodenbeläge oder neu gestrichene Wände. Formaldehyd und andere flüchtige organische Verbindungen können süßlich riechen – besonders in schlecht belüfteten Räumen.

Dieser Geruch ist bei neuen Möbeln oder frisch renovierten Wohnungen normal und nimmt nach intensivem Lüften über einige Wochen deutlich ab. Wenn er dagegen in einer langjährig bewohnten Wohnung plötzlich auftaucht, ist es kein Ausgasungsgeruch – dann liegt etwas anderes vor.

Versteckte Lebensmittel und organische Quellen

Eine banale, aber häufige Ursache: vergessene Lebensmittel. Obst, das hinter einem Schrank gelandet ist. Eine Karotte, die aus der Einkaufstasche gefallen ist. Ein Kühlschrank, dessen Gemüsefach übersehen wurde. Verrottende organische Materialien riechen oft süßlich-fermentiert, bevor sie in den unangenehmen Bereich übergehen.

Zimmerpflanzen können ebenfalls eine Quelle sein – besonders wenn die Erde zu feucht ist und beginnt zu schimmeln. Der Geruch von feuchter Erde kann je nach Zusammensetzung süßlich bis modrig wirken, oft irgendwo dazwischen.

Wann man genauer hinschauen sollte

Wenn der süßliche Geruch plötzlich auftaucht, anhält und sich durch Lüften nicht auflöst, wenn er in einem bestimmten Raum oder an einer bestimmten Wand stärker ist, oder wenn er von einem leichten Kribbeln in Augen oder Atemwegen begleitet wird – dann ist eine gründlichere Suche angebracht.

In solchen Fällen ist ein Schimmeltest zur Selbstanwendung ein sinnvoller nächster Schritt, um zumindest die Sporenbelastung in der Raumluft zu prüfen. Parallel dazu lohnt sich der systematische Blick in alle schlecht belüfteten Ecken, hinter Möbel und in feuchtigkeitsgefährdete Bereiche.

Ein süßlicher Geruch ist kein Beweis für ein Problem. Aber er ist ein Hinweis, dem man nachgehen sollte – denn er verschwindet selten von alleine.